Gomd ‎– Middle Of The End

Label:
Space Bee Records ‎– SBR184710903
Format:
CD, EP, Stereo
Country:
Released:
Genre:
Style:

Tracklist

1 All Your Things 4:12
2 In The Middle 4:23
3 Like They Did 4:54
4 The Wrong Question 3:35
5 Out 3:22

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david.mautz

david.mautz

February 11, 2016
Terrorverlag, Juni 2010 (http://www.terrorverlag.com/rezensionen/gomd/middle-of-the-end/)
GOMD sind aus Bremen. GOMD sind zwei Brüderpaare und eine Sängerin. GOMD waren Finalisten beim John Lennon Talent Award und haben jetzt mit “Middle of the End” eine hoffnungsvolle EP am Start. GOMD haben nur ein Problem, trotz ihrer respektablen Referenzen werden sie bisher ausserhalb ihrer Heimatstadt kaum wahrgenommen.

Dabei bräuchte die Band um Sängerin Dorit Jakobs nur etwas Airplay, um das schlagartig zu ändern. Das Ausnahmeorgan der angesprochenen Sängerin sorgt nämlich für aufmerksames Hinhören. Ihr weiches Organ, das ein wenig an Kate Bush erinnert, unterstützt die smarten Rocksongs der vier Instrumentalisten. Diese spinnen sich melodisch ein und lassen desöfteren etwas Drive missen, was z.B. dem Refrain von “In the middle” gut stehen würde. “Like they did” erobert mit seinen am Firmament gleitenden Gitarren und glasklaren Dramatik das Gehör, bevor sich “The wrong question” mit einer catchy Hook zumindest nicht unrühmlich aus der Affäre zieht. Recht britisch, selten wirklich an norddeutsche Kost erinnernd, platzieren sich GOMD im deutschen Musikgeschehen.

Dank Sängerin Dorit Jakobs sorgt die Band für Aufsehen, mit Gespür für Melodien und etwas Dramaturgie und Melancholie zwischen den Zeilen für Hoffnung. Überzeugen davon müsst ihr euch aber selbst.

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In-your-face (http://www.in-your-face.de/reviews/gomd-middle-of-the-end-ep), 11.6.2010
Ein einsamer Mann schlägt sich durch einen verschneiten Wald. Um ihn herum nichts als Bäume und Eis. Der gute Mann hat jegliche Orientierung verloren und blickt dem sicheren Tod entgegen, nachdem seine letzten Vorräte bereits seit Tagen aufgebraucht sind. Unser Protagonist beginnt, mit sich selbst ins Reine zu kommen, er macht seinen Frieden mit Gott und der Welt, als er plötzlich ein schwaches Licht durch die Bäume scheinen sieht. Verhaltene Hoffnung keimt in ihm auf und er mobilisiert alle Kräfte, um auf das Licht zuzugehen. Das Licht wird heller, die Konturen werden schärfer, er erkennt eine Blockhütte im Wald. Zunächst bemerkt er es kaum, aber durch einen unglaublichen Zufall hat er es tatsächlich nach Hause geschafft. Er beginnt, die gewohnte Umgebung wiederzuerkennen, schleppt sich zur Tür und schafft es über die Schwelle, wo ihm die Wärme eines Kaminfeuers entgegenschlägt und er bemerkt, wie sich im Gesicht seiner Frau eine Mischung aus Besorgnis und unendlicher Freude zeigt. Er hat es tatsächlich geschafft. Die warme Suppe, die er nun zu sich nimmt, erscheint ihm als köstlichste Mahlzeit, die er je zu sich genommen hat und die Wärme des Kaminfeuers, die ihm noch vor Minuten als unerreichbare Vision erschien, wird zur wunderbaren Realität. Verhalten beginnen die ersten Töne von "All Your Things" im Hintergrund zu ertönen.

GOMD stehen mit den fünf Songs auf ihrer EP "Middle Of The End" für alles was warm und freundlich ist und für alles, was sich nach zuhause anfühlt. Mit unglaublich viel Emotion und musikalischem Einfühlungsvermögen schaffen die fünf Bremer um Frontfrau Dorit Jakobs eine atemberaubend schöne EP, die mehr Trost bieten kann als jeder Seelenklemptner und die die Botschaft "Du bist hier willkommen" in einem Maße ausstrahlt, wie es keine Fußmatte jemals tun könnte. Federleichte, liebevolle, aber ebenso simple und leicht zugängliche Songstrukturen vereinen sich mit rockigeren Parts, die dem Ganzen zwar Schwung geben, nie aber die Stimmung der EP ruinieren. Ein wenig erinnern GOMD an BLOC PARTY, andererseits aber auch an THE FORECAST. Insgesamt eine wunderschöne EP, die man sich einfach mal in Ruhe anhören sollte, wobei ich für den Einstieg besonders den Opener "All Your Things" empfehlen würde, der mit männlichem und weiblichen Wechselgesang punkten kann.