Sentino ‎– Sentinos Way 3 Remix

Label:
Gmll ‎– none
Format:
CD, CD-ROM, Album, Limited Edition, Stereo
Country:
Released:
Genre:
Style:

Tracklist Hide Credits

1 Intro Remix
Producer – Bjet
3:56
2 Sohn des Paten Remix
Producer – Mpolo Beats, Nos9000
3:22
3 Ingenieur Des Verbrechens Remix
Producer – Highkuna Matata Ralpacino
3:08
4 Und Dann Stirbst Du Remix
Producer – Paolo Magic
3:07
5 Junge Aus Der City Remix
Producer – Cenzo Beatz
3:51
6 Die Farbe Lila Remix
Producer – Loopkingz INSTRMNTLS
7 AS Monaco Remix
Producer – Loopkingz INSTRMNTLS
4:00
8 100K Remix
Producer – No Tricks
3:28
9 C4 Remix
Producer – Cenzo Beatz
4:11
10 Milieu Remix
Producer – Marshall Arts
4:08
11 Kopf über Herz
Producer – LEVR
3:24
12 Pandora
Producer – CaPo BeatZ
4:14
13 Verräter
Producer – CaPo BeatZ
3:12
14 Intro Remix
Producer – CaPo BeatZ
4:20
15 Milieu Remix
Producer – S Dope
4:05
16 Verräter (Original)
Featuring – Spooky Trade
4:25

Notes

https://senti.bandcamp.com

Review (https://www.rap-n-blues.com/sentino-sentinos-way-3-review/64704)

Textlich hat sich Sentino nicht allzu weit von seinem früheren Alter-Ego entfernt. Der Inhalt ist noch immer „Rap-typisch“, lediglich die privaten Erlebnisse seit seinem Umzug von Berlin nach Warschau waren für den emcee wohl prägnanter, als das Leben als talentierter Rapper und Ghostwriter für die halbe Szene. Dennoch überwiegt der Battlerap. Dabei greift Sentino neben Seitenhieben gegen Fler, Chakuza, EGJ und Curse zwar unentwegt auf vergilbte und zerknitterte Punchlines und Wie-Vergleiche zurück, aber diese lebten schon immer von dessen ignoranter und selbstüberzeugter Delivery. So auch dieses Mal, wenn auch nicht in einem Ausmaß wie zuvor.

Wer Sentino’s aktuelle Situation und seine Sicht auf Deutschrap kennt, der möchte meinen, er hätte das Album halbherzig zwischen Tür und Angel aufgenommen und genau diesen Eindruck bekommt man auch. Kurzweilige kreative Schübe können zwar für einige Höhen sorgen, aber das Niveau insgesamt nicht halten. Vor allem die erste Hälfte hat mit „Sohn des Paten“, „Ingenieur des Verbrechens“, „Und dann stirbst du“ und „Junge aus der City“ einiges zu bieten. Von den Raps und Flows über das Verständnis für Atmosphäre und Melodien über die Kontrolle seiner Stimme blitzt viel Gutes und ein scheinbar kompletter MC auf. Leider bleibt es nur bei einem kurzen Aufblitzen und man beginnt schnell, bei Zweckreimen wie „Kuhkaffmörder“ auf „Chakuzakörper“ mit dem Kopf zu schütteln.

Der große Einfluss von seinem Alltag in der neuen Heimat in Polen wird hier zwar nur atmosphärisch und zwischen den Zeilen deutlich, aber dafür ist es prägend für den Gesamteindruck. Hätte er statt der Ansagen und kriminellen Phrasen dort weitergemacht, wo er bei „Stiller Osten“ angefangen hat, hätte es eine dunkle, aber interessante, zweite Seite geben können. So schwächt es den Gesamteindruck eher ab. Stories wie in „Kopf oder Herz“ können ihm im echten Leben zwar passiert sein, aber wurden bereits hundert mal durchgekaut.

Glaubt man dem Echo, das von Beats spricht, die zwar auf der zeitgemäßen Trapwelle schwimmen, aber zu glatt und berechenbar sind, lässt sich sagen, dass die vielen Produzenten und neuen Beats den einzelnen Tracks gut getan haben, auch wenn der von vielen verlangte rote Faden dadurch verloren geht. Die Vorstellung der Produzenten an ihren Favorite-Sentino lassen sie entweder die vorhandene Stimmung vertiefen oder eine ganz neue kreieren. Dass bei so vielen Menschen an den Reglern die „Qualitäts-Schere“ weit auseinandergeht, ist unvermeidbar. Während zum Beispiel Mpolo Beats & Nos9000 das für überkommen gehaltene Klavier noch einmal passend verbauen, wird es bei Cenzo Beatz und Marshall Arts wieder zu Klischeehaft. Insgesamt läßt sich festhalten, dass Sentino’s tiefe Stimme auf synthetischen Beats besser wirkt, als auf dem typischen Arsenal an Klavieren, Streichern und Glocken.
Fazit

Höre ich den Namen „Sentino“ und „Album“, fange ich automatisch damit an, Punkte zu suchen, die mir nicht gefallen. Nüchtern betrachtet macht er auf „Sentino’s Way III“ aber wenig verkehrt. Womöglich ist das Wissen über sein Können auch nach über 20 Jahren Rap-Karriere der Grund dafür, weshalb ich hier so kritisch bin. Unter den Mixtape-Kriterien liegt es deutlich über dem Durchschnitt. Gemessen an „Ich bin deutscher Hip Hop“ oder den Vorgängern dieser Reihe reicht es allerdings nicht aus, dass ich es auf Dauerschleife hören werde.

Reviews