Die 500 besten Alben aller Zeiten

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by ROLLING STONE
http://www.rollingstone.com/music/lists/500-greatest-albums-of-all-time-20120531
http://www.rollingstone.de/magazin/galerien/article312820.ece
http://www.rollingstone.de/magazin/galerien/article312961.ece
http://www.poplist.de/poplist.php?l=810
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  1. The Beatles - Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band

    47 For Sale from $3.41

    Platz 1: The Beatles - "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band"
    ES IST DAS WICHTIGSTE ROCK’N’ROLL-ALBUM, DAS je eingespielt wurde, ein einmaliges Experiment in puncto Konzept, Sound, Songwriting, Cover-Art und Studio-Technologie - aufgenommen von der größten Rock’n’Roll-Band aller Zeiten. Vom Titelsong mit seinen majestätischen Bläsern und Fuzz-Gitarren bis zum orchestralen Inferno und dem endlos verklingenden Klavier-Akkord auf "A Day In The Life”: Die 13 Tracks sind der Höhepunkt der achtjährigen Studiotätigkeit der Beatles. John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr waren nie couragierter, nie kohärenter in ihrem Versuch, musikalische Magie und Transzendenz zu kreieren. Am 1. Juni 1967 veröffentlicht, war "Sgt. Pepper” auch das Signal zu tiefgreifenden Veränderungen. Die Beatles nahmen endgültig Abschied von ihren schnieken Anzügen, den Welttourneen und der Fließbandarbeit im Studio. Wir hatten die Nase voll von den Beatles”, sagte McCartney Jahrzehnte später in Many Years From Now”, der McCartney-Biografie von Barry Miles. Wir waren keine Jungs mehr, sondern Männer, wir wollten Künstler sein und nicht mehr nur Performer.” Gleichzeitig gab ,,Sgt. Pepper”den Startschuss zu einer Phase der Zeitgeschichte, die sich Hoffnung und Veranderung aufs Banner geschrieben hatte: die späten Sechzigerjahre allgemein und der "Sommer of Love” 1967 im Besonderen. Mit seiner stets changierenden Instrumentierung, dem Feuerwerk an fantasievollen Song-Ideen und der bahnbrechenden Verpackung brachte "Sgt. Pepper” den revolutionären Optimismus der psychedelischen Ära auf den Punkt und trug die Botschaft von Liebe, Acid, fernöstlicher Philosophie und elektrischen Gitarren in die Welt hinaus. Kein anderes Pop-Album - weder damals noch später - hatte eine derart unmittelbare, kolossale Wirkung. "Es war sicher ein Höhepunkt für uns”, sagte Lennon 1970 dem ROLLING STONE, als er das Album und sein Teamwork mit McCartney zu beschreiben versuchte. "Paul und ich spielten uns die Bälle wirklich zu.” Da ist etwa McCartneys Jugenderinnerung ("Woke u, fell out of bed ...“) als Teil von Lennons "A Day In The Life” - einer Fantasie über Sterblichkeit und Unendlichkeit - sowie Lennons schelmische Replik auf McCartneys Refrain in Getting Better” ("It can’t get no worse”). ,Sgt. Pepper’ war unser ambitioniertestes Projekt”, sagte Starr, als er in ,The Bentles Anthology”, der Band-Autobiografie aus dem Jahr 2000, auf ihre Karriere zurück blickte. "Das Beste an der Band war: Wer immer die zündendste Idee hatte - egal von wem sie stammte -, bekam den Zuschlag.” Neil Aspinall, ihr langjähriger Assistent, schlug beispielsweise vor, den Titeltrack vor
    dem finalen "A Day In The Life” noch einmal aufzugreifen, um so dem Konzept - eine fiktive Band spielt ein imaginäres Konzert - eine unüberhörbare Klammer zu geben. Die erste Aufnahme fand am 6. Dezember 1966 statt: McCartneys Music-Hall-Kleinod "When I’m Sixty-Four” wurde in zwei Takes eingespielt. Doch ,"Sgt. Pepper's” eigentliche Geburtsstunde schlug bereits am 29. August 1966, als die Beatles in San Francisco ihr letztes Konzert gaben. Bis dahin hatten sie zwischen aufreibenden Tourneen nur sporadisch und gestresst das Studio besuchen können. Nun waren sie endlich in der Lage, sich jenseits von Hysterie und Beatlemania als Band neu zu definieren. McCartney ging sogar noch einen Schritt weiter. Als er im November 1966 von einem Urlaub in Kenia nach London zurückflog, kam ihm die Idee, das Album von einer fiktiven Band einspielen zu lassen, die er wenig später auf den Namen Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band taufte. Wir gaben vor, jemand anderes zu sein”, erläuterte McCartney in der ,,Anthology”. "Esgab uns neue Freiheiten: Wir konnten uns vors Mikro stellen oder zur Gitarre greifen und die verrücktesten Sachen machen - weil wir ja nicht mehr die Beatles waren.” Am Ende hatten nur zwei Songs, beide von McCartney, noch einen Bezug zum ursprünglichen Konzept: der Titeltrack und "With A Little Help From My Friends”. "Alle anderen Songs hätten auch auf einem anderen Album landen können”, betonte später John Lennon. Und doch hätte man keinen besseren Rahmen wählen können für Lennons vikto rianische Ausgelassenheit in "Being For The Benefit Of Mr. Kite” oder der opulenten Melancholie in McCartneys Fixing A Hole”. Die Bühne, die für "Sgt. Pepper” aufgebaut worden war, sollte sich als Sprungbrett für ein kreatives Meisterwerk erweisen. Und gleichzeitig dokumentierte das Album auch die Bodenhaftung und Praxisnähe dieser Band: Von den 700 Stunden, die zwischen Dezember 1966 und April 1967 in "Sgt. Pepper” investiert wurden, brauchte die Band nur drei Tage, um Lennons rauschhaftes "Lucy In The Sky With Diamonds” umzusetzen. ,,A Day In The Life” das komplexeste Stück des Albums, war in gerade einmal fünf Tagen eingespielt. Der donnernde Klavierakkord zum Abschluss wurde auf drei Pianos erzeugt, die von Lennon, McCartney, Starr, George Martin und Roadie Mel Evans bedient wurden. Auf "Within You Without You”, Harrisons sitarlastiger Meditation über Materialismus und eheliche Treue, war keiner der anderen Beatles beteiligt, und doch platzierte man den Song bewusst in der Mitte des Albums, um in der allgemeinen Ausgelassenheit eine Oase der Spiritualität zu schaffen. Indem sie die Möglichkeiten des Multi-Tracking bis an die Grenzen des damls Machbaren ausreizten, machten sie den eigentlichen Aufnahmevorgang zu einer neuen Kunstform. Mit den Orchester-Overdubs von A Day In The Life” begann in England die Ara der Achtspur—Aufnahmen; im Falle von "Sgt. Pepper” wurden zwei Vierspur-Maschinen synchronisiert. Und selbst das aufwendig produzierte Album-Cover war ein Novum und Kunstwerk in sich: Michael Coopers Foto der Beatles in seidenen Uniformen, einmontiert in die von Peter Blake kreierte Collage mit historischen Persönlichkeiten, sollte zum ikonographischen Kult der psychedelischen Ära werden. Und zum ersten Mal lagen einem Rock-Album die kompletten Songtexte bei. Trotzdem sind es nicht diese Novitäten, die "Sgt. Pepper” zum Gewinner der "RS500” machen - das Album ist schlicht die Krönung all dessen, was die Beatles als Musiker, Pioniere und Popstars der Nachwelt vermacht haben. In einer Anzeige zur Ver öffentlichung hieß es 1967: "Remember, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band Is The Beatles”. Oder, wie Paul McCartney tiefstapelte: It’s just us doing a good show.”
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  2. The Beach Boys - Pet Sounds

    44 For Sale from $2.27

    Platz 2: The Beach Boys - "Pet Sounds"
    "Wer WILL SICH DIESEN SCHEISS DENN ANHÖREN?”, fragte Sänger Mike Love, als ihm Brian Wilson, das Wunderkind der Band, seine neuen Kreationen vorspielte. "Hundeohren vielleicht?” Loves Invektive erwies sich indes als durchaus hilfreich: „Wie der Zufall es wollte”, erinnerte sich Wilson später, "lieferte uns Mikes Wutanfall den Titel des Albums.” Bellende Hunde - unter anderem Wilsons Hund Banana - sind denn auch auf dem Album prominent vertreten. Und die Beatles ließen es sich nicht nehmen, die Hunde auch auf "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band” bellen zu lassen - ein kleiner Hinweis darauf, wie wichtig "Pet Sounds” für die Entstehung des Beatles-Albums war. Mit der Verneigung schloss sich der Kreis: Brian Wilson hatte sich das Ziel gesetzt, mit "Pet Sounds” das Beatles-Album "Rubber Soul” zu übertreffen. Mit seiner opulenten Orchestrierung, den ambitionierten Texten, dem harmonischen Ablauf und der inhaltlichen Verzahnung initiierte "Pet Sounds” die epochale Idee, dass ein Album mehr sein könnte als nur die Summe seiner Teile. Wenn Wilson gleich zu Anfang singt: "Wouldn’t it be nice if we were older?”, dann thematisiert er nicht nur eine Beziehung, die über eine Highschool-Romanze hinausgeht, sondern spricht auch von einer neuen, erwachsenen Identität des Rock’n’Roll. Wilson nahm "Pet Sounds” praktisch ohne Unterstützung der Band auf und setzte diese nur für die Gesangsarrangements ein. Er überlegte kurzzeitig sogar, das Album unter seinem Namen zu veröffentlichen. "Caroline, No”, die erste Single, erschien tatsächlich als sein Solo-Projekt. Dessen luxuriöse Klangkulisse vermittelt elegische Wehmut - und Wilson verabschiedete sich mit den sehr persönlichen Stücken, die er überwiegend mit dem Songtexter Tony Asher schrieb, von den unschuldigen "Fun-in-the-sun”-Hits, für die die Beach Boys bislang gestanden hatten. Unglücklicherweise war das Label Capitol Records von dem Resultat ebenso wenig angetan wie zuvor Mike Love; man trug sich sogar mit dem Gedanken, das Album gar nicht zu veröffentlichen. Mit dem Resultat, dass sich Wilson immer weiter in seine Traumwelt zurückzog. "Bei dem letzten ‚Pet Sound's'-Meeting, an dem ich teilnahrn, schrieb Wilson, brachte ich ein Tonbandgerät mit, auf dem ich acht präparierte Antworten als Loop aufgenommen hatte. Darunter waren ‚Kein Kommentar'‚ ,Könnten Sie das wiederholen?’, ‚Nein’ und ‚Ja’. Ich lehnte es ab, selbst noch ein Wort zu sprechen, Sondern spielte nur die Anrworten von Band ab.”
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/The%20Beach%20Boys/Pet%20Sounds

  3. The Beatles - Revolver

    5 For Sale from $5.84

    Platz 3: The Beatles - "Revolver"
    Ich sehe keine allzu großen Unterschiede zwischen ,Revolver‘ und ,Rubber Soul‘“, sagte George Harrison einmal. „Für mich könnten sie Vol. 1 und 2 der gleichen Platte sein.“ Dennoch: „Revolver“ forcierte die experimentelleren Ansätze des Vorgänger-Albums – die ersten Psychedelia-Ansätze, die Faszination für die Studio-Technologie – und formte daraus ein dramatisches Versprechen: Das Album, im August 1966 veröffentlicht, machte unmissverständlich klar, dass das, was wir heute „die Sixties“ nennen, nicht mehr aufzuhalten war. Der innovativste Song ist mit Sicherheit Lennons „Tomorrow Never Knows“: Bei seinem Versuch, einen LSD-Trip zu einem dreiminütigen Song zu komprimieren, griff Lennon auf Lyrics aus Timothy Learys Version des „Tibetanischen Totenbuches“ zurück und ließ seinen Gesang so verfremden, dass er wie der Dalai Lama klang, der „singend auf dem höchsten Berggipfel sitzt“. Tonband-Loops, eine rückwärts eingespielte Gitarre, McCartneys explosives Solo in „Taxman“ und der Klang einer brummelnden Tambura vervollständigten das Experiment, das eine wahre Flut von Nachahmern auslösen sollte. McCartney betrat ebenfalls Neuland, indem er mit „Eleanor Rigby“ und „For No One“ zwei wundervoll ausgereifte Kunstlieder kreierte. Und Harrison – mit „Taxman“, „I Want To Tell You“ und „Love You To“ gleich dreimal vertreten – stellte erstmals die Dominanz des Songschreiber-Teams Lennon-McCartney in Frage.
    EMI, 1966
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/The%20Beatles/Revolver

  4. Bob Dylan - Highway 61 Revisited

    6 For Sale from $12.99

    Platz 4: Bob Dylan - "Highway 61 Revisited"
    Bruce Springsteen beschrieb einmal den Einstieg zu „Like A Rolling Stone“, dem Eröffnungsstück des Albums, wie einen „harten Schlag auf die Snare-Drum. Es klang, als habe jemand die Tür zu deinem Hirn eingetreten.“ Folksänger Phil Ochs fand gar noch überschwänglichere Worte für das Album: „Es ist unfassbar gut. Wie kann ein Normalsterblicher dazu nur fähig sein?“ „Highway 61 Revisited“ – benannt nach dem Highway, der von Dylans Heimat Minnesota südwärts zum Mississippi-Delta führt – wurde in gerade einmal sechs Tagen eingespielt und ist eines der Alben, die die Welt veränderten. Allein schon „Like A Rolling Stone“, angeblich der Warhol-Muse Edie Sedgwick gewidmet, verschob die Parameter der populären Musik: Sein „sich erbrechender“ Duktus (Dylan), der literarische Anspruch und seine schiere Länge (6:13) pulverisierten alle herkömmlichen Konventionen. „Ballad Of A Thin Man“ lieferte den zeitgenössischen Kommentar zu der Gretchenfrage „Hippie oder Spießer?“: „Something is happening here, but you don’t know what ist is/ Do you, Mister Jones?“ Und falls noch irgendjemand bezweifelte, ob der einstige Folkie nun wirklich „elektrifiziert“ sei, so belehrte ihn Dylan mit dem röhrenden Rock’n’Roll von „From A Buick 6“ und „Tombstone Blues“ (mit Mike Bloomfield an der Gitarre) eines Besseren.
    Das Album schließt mit „Desolation Row“ ab, einem surrealistischen Trip, der in elf Minuten mit seinen Hieronymus-Bosch-Bildern die anstehenden Umwälzungen der Sixties vorwegzunehmen scheint. „The Titanic sails at dawn“, singt Dylan resigniert. „Everybody is shouting: ,Which side are you on?‘“ Dass er sich in letzter Minute entschied, „Desolation Row“ rein akustisch einzuspielen, erwies sich als genialer Schachzug: Die Vision einer neuen Folkmusik stand so am Ende eines Albums, das – für absehbare Zeit zumindest – die Folkmusik zur Bedeutungslosigkeit verdammt hatte.
    Columbia, 1965
    http://open.spotify.com/album/6YabPKtZAjxwyWbuO9p4ZD

  5. The Beatles - Rubber Soul

    5 For Sale from $6.00

    Platz 5: The Beatles - "Rubber Soul"
    In der Tat: Die einstigen Moptops entwickelten sich in einem außergewöhnlichen Tempo. „Drive My Car“ ist eine überzeichnete Charakterstudie, wie man sie im bisherigen Repertoire nicht finden konnte. Wichtiger aber ist der Dylan-Einfluss, der sich durch das ganze Album zieht und für den sarkastischen Tonfall von Songs wie „Norwegian Wood“, „I’m Looking Through You“, „You Won’t See Me“ und „If I Needed Someone“ verantwortlich war. Dylan bedankte sich im folgenden Jahr für das Kompliment, als er seine Version von „Norwegian Wood“ – „4th Time Around“ betitelt – auf „Blonde On Blonde“ veröffentlichte und damit offen- sichtlich paranoide Zustände bei Lennon auslöste. Lennons „Nowhere Man“, das er später selbst als depressives Selbstporträt bezeichnete, und das wunderbar nostalgische „In My Life“ spiegeln beide das ernsthaftere, erwachsenere Songwriting wider, das Dylan plötzlich möglich gemacht hatte. George Harrisons Sitar auf „Norwegian Wood“ – das erste Mal, das eine Sitar in einem Popsong eingesetzt wurde – und McCartneys Fuzz-Bass auf „Think For Yourself“ dokumentieren die neu gewonnene Erkenntnis, dass ein Studio mehr sein kann als nur der Zwischenstopp auf endlosen Tourneen. Harrison nannte „Rubber Soul“ später „das beste Album, das wir bis dahin gemacht hatten, weil wir plötzlich Klänge hörten, die wir früher nicht hören konnten“. Warum die Band plötzlich in der Lage war, diese neuen Klänge wahrzunehmen – nun, auch das war ein Zeichen der Zeit. „Auf ,Rubber Soul“ wurde viel experimentiert“, sagte Ringo Starr, „nicht zuletzt unter dem Einfluss gewisser Substanzen.“
    EMI, 1965
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/The%20Beatles/Rubber%20Soul

  6. Marvin Gaye - What's Going On

    25 For Sale from $3.25

    Platz 6: Marvin Gaye - "What’s Going On"
    Irgendwann um 1969 oder 1970 herum begann ich damit, mein musikalisches Selbstverständnis zu hinterfragen“, sagte Marvin Gaye später. „Ich war beeindruckt von den Briefen, die mir mein Bruder aus Vietnam schickte, aber auch von der sozialen Situation hier in den USA. Mir wurde klar, dass ich meine kleinen privaten Fantasien abhaken musste, wenn ich die Seele der Leute erreichen wollte.“ Das Meisterwerk, das aus diesem Weckruf resultierte, sollte die gesamte schwarze Musik revolutionieren. Mit seinen eleganten, streicherdurchfluteten Grooves und dem Gefühl unbegrenzter Möglichkeiten war „What’s Going On?“ das „Sgt. Pepper“ der Soulmusik. Gaye war wild entschlossen, Motowns eherne Pop-Fesseln abzuschütteln und künftig auch soziale Probleme zu thematisieren. Motown-Gründer Berry Gordy war natürlich wenig begeistert. Er ließ Gaye wissen, dass „What’s Going On?“ der übelste Song sei, den er jemals in seinem Leben gehört habe. Gaye wiederum beschied Gordy, dass er nicht mehr für Motown arbeiten würde, sollte „What’s Going On?“ nicht als Single veröffentlicht werden. Nachdem ein Motown-Kontrollgremium die Veröffentlichung zunächst abgelehnt hatte, arrangierte man sich schließlich doch. Als die Single prompt in die amerikanischen Top fünf schoss, wurde das Album eilends nachgeschoben. Stets umhüllt von dichten Marihuana-Schwaden, schien Gaye im Studio einfach nichts falsch machen zu können: Er ließ das Band einfach laufen, als sich einige Freunde zu einer spontanen Party einfanden, und benutzte die Aufnahme von Saxofonist Eli Fontaine, der sich gerade für die eigentliche Aufnahme hatte warm blasen wollen.
    Motown, 1971
    http://open.spotify.com/album/3XuNIQWd0C0dc1fkoTsJSi
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/Marvin%20Gaye/What%27s%20Going%20On

  7. The Rolling Stones - Exile On Main Street

    53 For Sale from $4.55

    Platz 7: The Rolling Stones - "Exile On Main Street "
    Das Doppelalbum aus dem Jahre 1972, ein räudiger Bastard aus Blues und Boogie, war de facto „die erste Grunge-Platte“ – wie Keith Richards einmal in einem Interview stolz verkündete. Doch hinter den rohen Riffs von Richards und Mick Taylor, dem lustvollen Schub der Wyman-Watts-Rhythmusmaschine und Jaggers gequältem Bellen und verzehrendem Schmeicheln verbirgt sich nicht nur das größte Stones-Album, sondern auch das definitive Statement der Songwriter Jagger und Richards, die sich stolz zur Rolle des sozialen Außenseiters bekennen. Im rudimentären Shuffle „Tumbling Dice“, dem resignierenden Country-Lamento „Torn And Frayed“ und dem whiskeygetränkten Hoffnungsschimmer von „Shine A Light“ glaubt man die Stones tatsächlich bei der Arbeit im Exil belauschen zu können. Vor der medialen Hatz, vor den britischen Drogenschnüfflern, nicht zuletzt auch vor dem Spitzensteuersatz in England war man kurzerhand nach Südfrankreich geflüchtet, wo Richards’ Villa als Aufnahmestudio diente. Auf dem Cover von „Exile On Main Street“ sieht man eine Freakshow amerikanischer Underdogs, und „Sweet Black Angel“ widmete man der inhaftierten Polit-Aktivistin Angela Davis – Außenseiter unter sich. Die Musik klappert und rumpelt, kommt aber – in Songs wie „Rocks Off“ und „All Down The Line“ – zielstrebig auf den Punkt. „Die Stones mögen kein Zuhause mehr haben“, sagte Richards, „aber wir kriegen unser Ding trotzdem geregelt. Was immer man uns an den Kopf schmeißt – wir ducken uns, wir improvisieren und machen das Beste daraus.“ „Exile On Main Street“ zeigt die Stones angriffslustig, mit einem Panzer aus Blues und dem eisernen Willen, am Ende als Sieger den Ring zu verlassen.
    Rolling Stones Records, 1972
    http://open.spotify.com/album/5dBQ20ppdPxo5bqkoeTKnN
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/The%20Rolling%20Stones/Exile%20On%20Main%20Street

  8. The Clash - London Calling

    52 For Sale from $6.81

    Platz 8: The Clash - "London Calling"
    In London standen Arbeitslosigkeit und eine explodierende Drogenszene auf der Tagesordnung, als 1979 das Album entstand. Die 19 Songs von „London Calling“ sind Ausdruck dieser apokalyptischen Stimmung – und doch geprägt von dem unerschütterlichen Glauben, dass Rock’n’Roll die dunklen Mächte schon in ihre Schranken weisen wird. Vom legendären 70s-Studio-Madman Guy Stevens produziert, schlingert und schleudert das dritte Clash-Album durch desillusionierten Punk („London Calling“), randalierenden Ska („Wrong ’em Boyo“) und resignierten Konsumüberdruss („Lost In The Supermarket“). Die ökonomische Ausnahmesituation prägte auch die Produktion des Albums selbst: Die Band war hoch verschuldet und lieferte sich mit ihrer Plattenfirma einen öffentlichen Schlagabtausch. Joe Strummer und Mick Jones schrieben die Songs in der Wohnung von Jones’ Großmutter. „Nachdem er erst einmal gelernt hatte, auf der Schreibmaschine zu tippen, flossen die Texte aus Joe nur so heraus“, so Jones. „Auf dieser Basis konnte ich dann ein paar Takte Musik raushauen.“ Anschließend verbrachten Strummer, Jones, Bassist Paul Simonon und Drummer Topper Headon fast drei Monate damit, das Material in einer Garage im Londoner Stadtteil Pimlico einzustudieren und erste Demos aufzunehmen – „mit einer einzigen Lampe und einem versifften Teppich an der Wand als Schalldämmung“, wie Strummer sich 1989 erinnerte. „Wir fühlten, dass wir einen Abhang hinunterglitten und krallten uns mit den Fingern fest.“ Wenn sich die Inspiration nicht einstellen wollte, war Guy Stevens zur Stelle und warf mit Stühlen um sich, weil er das Gefühl hatte, dass der Track noch besser sein konnte.
    Epic, 1980
    http://open.spotify.com/album/2GikLmFwqyTwsykqxDKOlz

  9. Bob Dylan - Blonde On Blonde

    41 For Sale from $2.22

    Platz 9: Bob Dylan - "Blonde On Blonde"
    Am 16. Mai 1966 veröffentlicht, war „Blonde On Blonde“ das erste Doppelalbum eines bereits etablierten Künstlers. „Es kam dem Sound, den ich in meinem Kopf hörte, diesem fließenden, quecksilbrigen Sound, so nah wie nichts zuvor“, sagte Dylan 1978. Die manische Brillanz von „Blonde On Blonde“ lässt sich kaum besser beschreiben. Den größten Teil der 14 Songs nahm Dylan im Schnelldurchgang auf – bei einer vier- und einer dreitägigen Session in Columbias Nashville-Studios im Februar und März 1966. Das Tempo der Aufnahmen reflektierte die Amphetamin-Quirligkeit, mit der Dylan selbst zwischen ständigen Tourneen neue Songs ausspuckte. Zusammen mit vertrauten Weggefährten wie Organist Al Kooper und Hawks-Gitarrist Robbie Robertson sowie örtlichen Session-Cracks gelang ihm der große Wurf, indem er eigentlich Gegensätzliches zu einer neuen Einheit verschmolz: Das eng gewobene, straffe Korsett der Backing-Band erwies sich als perfektes Gegengewicht zu Dylans assoziativer Sprache und dem rasiermesserscharfen Gesang – etwa in der surrealistischen Barrel-house-Atmosphäre von „Rainy Day Women # 12 & 35“ und „Stuck Inside Of Mobile With The Memphis Blues Again“, im wahnwitzigen Chicago-Blues „Leopard-Skin Pill-Box Hat“ oder dem abschätzigen „Lust Like A Woman“. Inmitten des Wahnsinns lieferte Dylan aber auch einige seiner beseeltesten, unverfälschtesten Lieder über Glück und Verlangen: die pure Schönheit von „Sad Eyed Lady Of The Lowlands“, morgens um Vier nach einer achtstündigen Session in einem Take aufgenommen, oder auch „I Want You“, das beinahe dem Album den Namen gegeben hätte.
    Columbia, 1966
    http://open.spotify.com/album/4NP1rhnsPdYpnyJP0p0k0L

  10. The Beatles - The Beatles

    8 For Sale from $10.38

    Platz 10: The Beatles - "The White Album"
    Sie schrieben die Songs für dieses Doppelalbum, als sie im indischen Ashram des Maharishi Mahesh Yogi weilten und ihr hektisches Leben für eine Weile vergaßen – oder, wie Lennon es später formulierte: „Wir saßen irgendwo in den Bergen, aßen einen lausigen Fraß und schrieben all diese Lieder.“ Als sie nach England zurückkehrten, brachten sie so viele Songs mit, dass eine Einzel-LP nicht ausgereicht hätte – und so kämpften sie verbissen für die Veröffentlichung des kompletten Materials. „Wir arbeiteten zeitweise in drei verschiedenen Studios“, erinnerte sich George Harrison. „In einem nahm Paul Overdubs auf, John war in einem anderen – und ich nahm in einem dritten gerade die Bläser auf.“ Die Spannungen waren so extrem, dass Ringo frustriert für zwei Wochen aus der Band austrat. Und doch resultierte die Spannung in einem der risikofreudigsten Alben, die je gemacht wurden. Lennon ließ seinen scharfzüngigen Witz in „Sexy Sadie“ und „Happiness Is A Warm Gun“ aufblitzen, offenbarte aber auch seine empfindsame Seite in „Julia“ und „Dear Prudence“. McCartneys verspielte Pop-Energie schlug sich in „Back In The USSR“ nieder, der Persiflage von Chuck Berrys uramerikanischen Werten, doch er dokumentierte mit „Helter Skelter“ auch eine ungewohnt brachiale Seite. Harrisons spirituelle Suche führte ihn zu „Long, Long, Long“ und „While My Guitar Gently Weeps“, auf dem Eric Clapton mit einem Solo glänzen durfte.
    EMI, 1968
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/The%20Beatles/The%20Beatles%20-%20White%20Album

  11. Elvis Presley - Sunrise

    12 For Sale from $8.00

    Platz 11: Elvis Presley - "Sunrise"
    Viele glauben, dass der Rock’n’Roll am 5. Juli 1954 im Sun Studio in Memphis zur Welt kam. Elvis, Gitarrist Scotty Moore und Bassist Bill Black spielten zum Spaß gerade „That’s All Right, Mama“, einen Song des Bluesmannes Arthur „Big Boy“ Crudup, als sie Produzent Sam Phillips unterbrach und fragte: „Was spielt ihr denn da?“ „Wissen wir auch nicht so recht“, lautete die Antwort. Phillips forderte sie auf, „das Gleiche nochmal zu spielen“. Als A-Seite von Presleys erster Single wurde „That’s All Right“ am 19. Juli auf Sun veröffentlicht. Der Mann, der wenig später der „King“ werden sollte, war erstmals auf Vinyl verewigt.
    Indem er schwarze und weiße Musik, Country und Blues, miteinander mischte, generierte er einen ebenso verspielten wie revolutionären Sound, dessen grenzenlose Spontanität die ganze Welt verändern sollte. „Letztlich ist es Blues“, schrieb Greil Marcus in seinem Standardwerk „Mystery Train“, „aber ohne all das Leiden, ohne die Sünde. Es ist die schiere Lebensfreude ohne Gewissensbisse.“ Presley veröffentlichte vier weitere Singles auf Sun – darunter die radikal überarbeiteten Versionen von Wynonie Harris’ „Good Rockin’ Tonight“ und Junior Parkers „Mystery Train“, bevor Phillips den Vertrag für 35.000 Dollar an RCA verkaufte. Erstaunlicherweise dauerte es mehr als 20 Jahre, bis Presleys Sun-Aufnahmen 1976 auf einem Album zusammengestellt wurden – das 1999 dann von einer Doppel-CD abgelöst wurde, die Presleys Anfänge bei Sun komplett dokumentiert.
    RCA, 1999
    http://open.spotify.com/album/24fuuMZK67jwheidhRGOQb

  12. Miles Davis - Kind Of Blue

    18 For Sale from $6.44

    Platz 12: Miles Davis - "Kind Of Blue"
    Das Sublime Meisterwerk sollte eines der einflussreichsten Alben der Jazz-Geschichte werden, war aber zur Zeit seiner Veröffentlichung ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit: Miles Davis verabschiedete sich von den gängigen Akkord-Strukturen, nutzte stattdessen modale Tonleitern als Ausgangspunkt für Komposition und Improvisation – und lieferte so einen warmen und subtilen Gegenentwurf zum schneidigen Hard-Bop. Davis und seine unvergleichliche Band – Bassist Paul Chambers, Drummer Jimmy Cobb, Pianist Bill Evans und die Saxofonisten John Coltrane und Cannonball Adderley – zelebrierten ihre Soli in einem offenen Raum, der eher „durch melodische als durch harmonische Variationen“ gekennzeichnet war, wie Davis es ausdrückte. Zwei Nummern – „All Blues“ und „Freddie Freeloader“ – griffen noch auf ein 12-Takt-Schema zurück, doch selbst hier ermutigte Davis seine Mitspieler zu einer bislang ungekannten Freiheit. Evans schrieb in den Liner Notes: „Nur wenige Stunden vor Aufnahmebeginn gab uns Miles die Koordinaten. Es waren grobe Skizzen, was in etwa die Band spielen sollte. Folglich hört man auf dem Album musikalische Äußerungen, die purer Spontanität sehr nahe kommen.“ Oder, wie es der Kritiker Robert Palmer ausdrückte: „,Kind Of Blue‘ ist in gewisser Weise nichts als Melodie und Atmosphäre.“ Die Bass- Figur in „So What“ gehört zu den berühmtesten der Jazz-Geschichte und nichts kann die nächtliche Magie des Jazz besser evozieren als die gestopfte Trompete in „All Blues“.
    Columbia, 1959
    http://open.spotify.com/album/4sb0eMpDn3upAFfyi4q2rw

  13. The Velvet Underground & Nico (3) - The Velvet Underground & Nico

    58 For Sale from $2.58

    Platz 13: The Velvet Underground - "The Velvet Underground And Nico"
    Mit so wenig Instrumenten wie möglich versuchten wir unser Phil-Spector-Ding durchzuziehen“, sagte John Cale, der klassisch geschulte Pianist und Cellist, über dieses Album. Es war kein leerer Spruch. Vieles, was in der Rockmusik heute selbstverständlich ist, wäre ohne Velvet Underground und dieses wegweisende Album nicht denkbar: die androgyne Sexualität des Glitter- Rocks, die rohe Energie des Punks, das Scheppern von Grunge und Noise-Rock, das Endzeit-Fanal der Doom-Jünger. Das Album, für eine Handvoll Dollar in einem abbruchreifen Studio aufgenommen, schockiert mit einem atemberaubenden Klangspektrum und tiefgehenden Texten. Singer-Songwriter Lou Reed thematisiert fleischliche Lust und Suchtprobleme, Dekadenz und Erlösung. Cale brachte minimalistische Frequenzen und Tonschwingungen ein, während Gitarrist Sterling Morrison und Drummerin Maureen Tucker mit Naturgewalt nach vorne preschten. Nico, die Manager Andy Warhol der Band zugeführt hatte, interpretierte Reeds brodelnden Überdruss als eisige Femme fatale. Von der Love-&-Peace-Generation wurde das Album 1967 abgestraft, doch das „Banana-Album“ (Warhol designte das Cover) erwies sich als revolutionär.
    Verve, 1967
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/The%20Velvet%20Underground/The%20Velvet%20Underground%20&%20Nico

  14. The Beatles - Abbey Road

    32 For Sale from $2.60

    Platz 14: The Beatles - "Abbey Road"
    Es war eine sehr gelöste Platte“, berichtete Produzent George Martin, „weil alle davon ausgingen, dass es ihre letzte sein würde.“ „Abbey Road“, weitgehend in nur zwei Monaten des Sommers 1969 aufgenommen, wäre sogar fast gar nicht zustande gekommen. Im Januar standen die Beatles knapp vor dem Ende: Nach den desaströsen Sessions für „Let It Be“ war die Stimmung auf dem Nullpunkt angekommen. Doch wild entschlossen, sich mit einem Highlight zu verabschieden, traf man sich einmal mehr in den Abbey-Road-Studios, um das wohl ausgereifteste Album ihrer Karriere anzugehen. Sie hatten hervorragendes Material, das mit Liebe zum Detail aufgenommen wurde und vor allem auf der zweiten LP-Seite aus vielen Fragmenten zusammengesetzt wurde, ohne inhaltliche Brüche, autorisiert durch das Genie dieser Band. John Lennon changierte zwischen metallischer Härte („I Want You (She’s So Heavy)“) und gefühlvollem Gesang („Because“), Paul McCartney zeigte sich kess („Oh! Darling“), albern („Maxwell’s Silver Hammer“) und giftig („You Never Give Me Your Money“), und George Harrison bewies seinen lang unterschätzten Wert als Songschreiber mit „Something“ und dem folkigen Pop-Juwel „Here Comes The Sun“, das er in Eric Claptons Garten geschrieben hatte. Es heißt, Lennon, McCartney und Harrison hätten auf diesem Album mehr dreistimmige Harmonien gesungen als je zuvor. „Let It Be“ sollte die letzte Veröffentlichung werden, aber dies war das eigentliche Goodbye.
    EMI, 1969
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/The%20Beatles/Abbey%20Road

  15. The Jimi Hendrix Experience - Are You Experienced

    2 For Sale from $11.35

    Platz 15: The Jimi Hendrix Experience - "Are You Experienced?"
    Genau so klang London zu Beginn des Jahres 1967: psychedelischer Blues, aufeinandergetürmtes Gitarren-Feedback und die kosmische Vision eines amerikanischen Exilanten namens Jimi Hendrix. Es war der ehemalige Animals-Bassist Chas Chandler, der ihn nach London lotste, nachdem Hendrix mit seinen New Yorker Auftritten als Backing-Gitarrist in eine Sackgasse geraten war. Er kam im September 1966 an, stellte seine Begleitband mit Bassist Noel Redding und Basist Mitch Mitchell zusammen – und nahm in nur wenigen Wochen sein epochales Debüt auf, das auch 45 Jahre später noch immer das innovativste und ausdrucksstärkste Gitarren-Album der Rock-Geschichte ist. Hendrix’ explosives Spiel – geprägt auf langen Tourneen mit Little Richard und den Isley Brothers Anfang der 60er Jahre, aber auch von seiner Vorliebe, Feedback melodisch in einen Song zu integrieren war ein Novum. Doch es waren ruhige Songs wie „Manic Depression“ und „The Wind Cries Mary“, die der Psychedelia den Weg wiesen. Hendrix selbst sagte, es sei „ein Album mit grenzenlosem Gefühl und Fantasie. Auf die Freiheit der Fantasie kommt es an.“ „Purple Haze“, das angeblich einen LSD-Trip wiedergab, „hatte mit Drogen überhaupt nichts zu tun“, betonte er. „Es ging um einen Traum, in dem ich unter Wasser einen Spaziergang machte.“
    Track, 1967
    http://open.spotify.com/album/7rSZXXHHvIhF4yUFdaOCy9

  16. Bob Dylan - Blood On The Tracks

    64 For Sale from $1.70

    Platz 16: Bob Dylan - "Blood On The Tracks"
    Als er „Tangled Up In Blue“, den Eröffnungssong des Albums, einmal auf der Bühne vorstellte, sagte Dylan, es habe ihn zehn Jahre gekostet, den Song zu leben – und zwei Jahre, ihn zu schreiben. Es war ein offenkundiger Hinweis auf seine privaten Probleme – die Scheidung von Sara Lowndes –, die zumindest teilweise das beste Dylan-Album der 70er Jahre inspirierten. Genau genommen schrieb er den gesamten Zyklus dieser scharfzüngigen Songs in zwei Monaten Mitte 1974. Er war so stolz auf das Material, dass er es Freunden und Kollegen vorab vorstellte – von Mike Bloomfield über David Crosby bis zu Graham Nash. Im September nahm er es innerhalb einer Woche mit der Bluegrass-Band Deliverance auf – doch als er es im Dezember seinem Bruder David in Minneapolis vorspielte, regte der an, einige Songs mit lokalen Musikern neu einzuspielen. Das endgültige Album war dann eine Mischung aus den gemächlichen, nachdenklichen New Yorker Sessions und den schnelleren, ungestümeren Minneapolis-Aufnahmen. Zusammen lieferten sie einige von Dylans leidenschaftlichsten, intimsten Songs – von der Trennungs-Ballade „If You See Her, Say Hello“ bis zur bissigen Beschimpfung in „Idiot Wind“. „Es fällt mir schwer zu verstehen, warum die Leute diese Art von Tortur so lieben“, sagte Dylan, nachdem sich das Album umgehend als großer Erfolg erwies. Aber er hatte Pein in musikalisches Gold verwandelt.
    Columbia, 1975
    http://open.spotify.com/album/4WD4pslu83FF6oMa1e19mF

  17. Nirvana - Nevermind

    113 For Sale from $0.23

    Platz 17: Nirvana - "Nevermind"
    Es war die Erfolgsgeschichte der 90er Jahre: Nirvanas zweites Album, angetrieben von der Single „Smells Like Teen Spirit“, kroch aus den Kellern von Seattles aufkeimender Grunge-Szene und fegte Michael Jackson mühelos von der Spitze der Charts. Der „Hair-Metal“, in den Jahren zuvor das große Kommerz-Thema, wurde gleich mit in den Orkus gestürzt. Kein Album der letzten 20 Jahre hatte eine derartige Wirkung auf eine Generation, was schließlich zur Selbstzerstörung von Nirvanas kreativem Kopf beitragen sollte: Die Last des Ruhms lag so schwer auf Kurt Cobains Schultern, dass er sich 1994 das Leben nahm. Doch seine peitschenden Riffs, sein giftiger Gesang und seine kryptischen Texte, gekoppelt mit der Zeppelin-trifft-Pixies-Dampfwalze von Bassist Krist Novoselic und Drummer Dave Grohl, brachten die ehrliche Wut zurück in den Rock’n’Roll. Textlich versteckte Cobain sein aufgewühltes Inneres hinter mehrdeutigen Chiffren; sein eigentliches Genie bestand darin, eine Spannung zwischen laut und leise, Vers und Refrain, Zurückhaltung und Aggression zu generieren, die Songs wie „Lithium“, „Breed“ oder „Teen Spirit“ so mitreißend machte. Im Grunde seines Herzens aber liebte Cobain Pop, nicht zuletzt auch die Beatles. „Nevermind“-Produzent Butch Vig erinnert sich daran, dass Cobain während der Aufnahmen immer wieder Lennons „Julia“ gehört habe. Seine Glaubwürdigkeit als Underground-Musiker lag ihm allerdings nicht minder am Herzen. Auch wenn er damit letztlich auf verlorenem Posten stand.
    Geffen, 1991
    http://open.spotify.com/album/5fftlCplrjhybPtzWNFjpA
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/Nirvana/Nevermind

  18. Bruce Springsteen - Born To Run

    48 For Sale from $1.94

    Platz 18: Bruce Springsteen - "Born To Run"
    Springsteen setzte alles ein, was er hatte – Geduld, Energie, Studiozeit und die Gesundheit seiner E Street Band, um sein Meisterwerk doch noch zu vollenden. Allein im Titeltrack finden sich Dutzende von Overdubs. „Das Album wurde zum Monster“, erinnerte sich Springsteen. Aber bei der zähen Produktion seines dritten Albums sah er sich selbst mit dem zentralen Thema seiner Musik konfrontiert: dem ständigen Ringen, die großen Träume mit der Realität in Einklang zu bringen. Bei dem Versuch, die Dynamik seiner Bar-Gigs in New Jersey, die Grandeur von Phil Spector und das Melodrama von Roy Orbison im Studio zu reproduzieren, biss er sich lange die Zähne aus, doch seiner verbissenen Detailliebe verdanken wir ein zeitloses Album.
    Columbia, 1975
    http://open.spotify.com/album/2KwkK7CQpwprFOYh0t3aRw

  19. Van Morrison - Astral Weeks

    75 For Sale from $1.42

    Platz 19: Van Morrison - "Astral Weeks"
    Van Morrison klang nie wärmer, nie ekstatischer, nie sinnlicher und sensibler als auf seinem rätselhaft ätherischen Solo-Debüt. Beflügelt vom Erfolg von „Brown Eyed Girl“ und einem neuen Vertrag mit dem künstlerfreundlichen Warner-Label, erforschte er hier das ganze Spektrum sein-er Stimme, versuchte sich an lyrischen Scat-Improvisationen oder vertonte traumähnliche Erinnerungen an seine Heimat Belfast mit mäandernden Melodien, die sich gleichermaßen bei R&B und keltischer Musik bedienten. Die Magie wurde komplettiert durch das begnadete Jazz-Quintett, das Produzent Lewis Merenstein zusammengestellt hatte, um Morrisons ahnungsvollen Andeutungen die adäquate Grundierung zu geben.
    Warner Brothers, 1968
    http://open.spotify.com/album/4pG3bKkbmReDt5QTDn3JDz

  20. Michael Jackson - Thriller 25

    34 For Sale from $2.84

    Platz 20: Michael Jackson - "Thriller"
    Michael Jackson dominierte die Achtziger so, wie Elvis die Fünfziger geprägt hatte. Das R&B-Wunderkind war zum Technicolor-Soulman gereift, der als Sänger, Tänzer und Songschreiber ein unvergleichliches Gespür fürs Crossover besaß. Zusammen mit Produzent Quincy Jones hatte er 1979 mit „Off The Wall“ das Modell einer Wundertüte entwickelt, in der Pop-Hooks und Dance-Beats zu einer explosiven Mischung verschmolzen. Mit „Thriller“ gaben die beiden ihrem Mix noch mehr Glamour („The Girl Is Mine“), noch mehr Drama („Thriller“), noch mehr Funk. Doch am eindrucksvollsten waren das wütende Dementi von „Billy Jean“ und die Kampfansage gegen die mediale Gerüchteküche in „Wanna Be Startin’ Somethin’“.
    Epic, 1982
    http://open.spotify.com/album/6fZzC5F7Ou669z49ybrl2U
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/Michael%20Jackson/Thriller%20%2825th%20Anniversary%20Edition%29

  21. Chuck Berry - The Great Twenty-Eight

    11 For Sale from $4.50

    Platz 21: Chuck Berry - "The Great Twenty-Eight"
    In der zweiten Hälfte der Fünfziger veröffentlichte Chuck Berry eine Reihe von Singles, die den Sound und den Geist des Rock’n’Roll definieren sollten. „Maybellene“, ein schneller Countryrocker über das Rennen zwischen einem Ford und einem Cadillac, machte den Anfang – und ein Hammer folgte auf den anderen, vorangetrieben von Berrys Country-Blues-Stakkato auf der Gitarre: „Roll Over Beethoven“, „School Days“, „Rock And Roll Music“, „Sweet Little Sixteen“, „Johnny B. Goode“, „Back In The USA“. Was war sein Geheimnis? „Das Rückgrat meines Beat ist Boogie“, erläuterte der Meister, „und die Muskeln meiner Musik sind Melodien, die alle ganz simpel sind.“
    Chess, 1982
    http://open.spotify.com/album/1MEavknY0Ptw78jnCMYsa6

  22. Robert Johnson - The Complete Recordings

    38 For Sale from $4.55

    Platz 22: Robert Johnson - "The Complete Recordings"
    „Du willst wissen, wie gut der Blues sein kann?“, fragte Keith Richards. „Nun, hier ist die Antwort.“ Der fragliche Blues-Meister war Robert Johnson, der von 1911 bis 1938 im Mississippi-Delta lebte und seiner Gitarre so Erstaunliches entlockte, dass unweigerlich die Legenden sprossen, er habe an den Crossroads seine Seele dem Teufel verkauft. Johnson nahm in zwei Aufnahmesessions nur insgesamt 29 Songs auf, aber ihr inzwischen verblassendes Feuer strahlte über Jahrzehnte in die Zukunft und inspirierte so ziemlich jeden – von Chicago Blues- Initiator Elmore James bis zu britischen Blues-Adepten wie den Rolling Stones oder Eric Clapton. Alle Aufnahmen sind auf diesem Album vereint.
    Columbia, 1990
    http://open.spotify.com/album/4BRbwgkWjJjp0m9IxpwDKw

  23. John Lennon / Plastic Ono Band* - John Lennon / Plastic Ono Band

    7 For Sale from $9.09

    Platz 23: John Lennon - "Plastic Ono Band"
    Man nannte es auch das „Primal Scream“- Album, da sich Lennon zu dieser Zeit einer quälenden Psychotherapie unterzog, die sich unmittelbar in den Songs niederschlug. „Plastic Ono Band“ war Lennons erstes eigentliches Soloalbum und die wohl radikalste Nabelschau, die im Rahmen der Rockmusik je veröffentlicht worden ist. Lennon beschimpfte alle nur erdenklichen Idole und Ikonen, darunter auch seine einstige Band („I don’t believe in Beatles“), und nahm mit der Garagen-Rock-Ästhetik einiger Stücke den Punk um Jahre vorweg. In „Mother“ verarbeitete er die Entbehrungen seiner Kindheit und verkniff sich in „Working Class Hero“ mit Mühe und Not noch wüstere Beleidigungen: „You’re still fucking peasants as far as I can see.“
    EMI, 1970
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/John%20Lennon/John%20Lennon%20_%20Plastic%20Ono%20Band/

  24. Stevie Wonder - Innervisions

    23 For Sale from $1.30

    Platz 24: Stevie Wonder - "Innervisions"
    Seine ambitionierten musikalischen Experimente und tief empfundenen Einblicke in die menschliche Natur machten „Innervisions“ zu einer komplexen, aber nie selbstverliebten Suche nach dem eigenen Ich. Gesellschaftlicher Realismus und individueller Idealismus sind die Fundamente, die Wonder mit unwiderstehlichem Funk und expressiven Klangfarben zum Leben erweckt. „Too High“ ist eine Warnung vor den Folgen des Drogen-Konsums, „Higher Ground“ reflektiert die Visionen eines Martin Luther King. Doch das Herzstück des Albums ist „Living For The City“, das soziale Ausbeutung und Ungerechtigkeit mit großer Intensität geradezu plastisch vor Augen führt. „Innervisions“ ist Wonders innovationsfreudigstes Album.
    Tamala Motown, 1973
    http://open.spotify.com/album/5w9X19CBZUHOcQZjrUcDZ6
    https://dc2.safesync.com/!#/FDQXzHG/Gumis-Musik/Stevie%20Wonder/Innervisions

  25. James Brown - Live At The Apollo (1962)

    33 For Sale from $3.90

    Platz 25: James Brown - "Live At The Apollo"
    Vielleicht das großartigste Live-Album, das je aufgenommen wurde. Ausgehend von einem gesprochenen Intro baut sich die Spannung langsam auf: Nach frühen, schweißtreibenden Hits wie „Try Me“ folgt der Bogen der elfminütige Ballade „Lost Someone“, um dann in einem Medley zu explodieren und mit „Night Train“ abzuschließen: „Live At The Apollo“ ist purer, unverdünnter Soul. Und doch wäre die Aufnahme fast nie veröffentlicht worden. Syd Nathan, Chef von King Records, sträubte sich gegen ein Live-Album, bis sich Brown entschloss, am 24. Oktober 1962 das letzte von mehreren Apollo-Konzerten selbst aufzunehmen. Sein Gefühl täuschte ihn nicht: „Live At The Apollo“ war 66 Wochen lang in den amerikanischen Charts.
    King, 1963
    http://open.spotify.com/album/0KDLMbetU5BaeOswXfRKzi